UNIWEARSAL – THE ONLY COLOUR THAT MATTERS IS GR€€N?

In der Zentrale des jungen Labels in Hamburg herrscht Hochbetrieb: „Zwei Messeaufritte im Januar und die Produktion unserer aktuellen Kollektion haben wir gerade hinter uns. Jetzt schicken wir die Bestellungen raus, bauen unseren eigenen Webshop auf und entwickeln die neue Kollektion“, so Roland Günther, Koordinator und Mitbegründer bei uniwearsal.

(c) uniwearsal

Das Kleiderlabel uniwearsal (anfangs „yog:k uniwearsal“) wurde 2010 von der Designerin Laura Krämer und ihrem Geschäftspartner Roland Günther gegründet. Ihre Designs sollen – getreu dem Namen – im vielseitigen Alltag der Kundinnen universell tragbar sein. Shirts sind multifunktional und können durch wenige Tricks und Kniffe immer wieder neu getragen und interpretiert werden. Den Rest des Beitrags lesen »


STUDIO JUX & CARRIE PARRY GEWINNEN GREENFASHION COMPETITION

Das Niederländische Modelabel Studio JUX hat den mit Euro 25.000 dotierten Green Fashion Competition der Amsterdam Fashion Week gewonnen. Carrie Parry aus den USA gewann den Preis für Jungdesigner. Herzlichen Glückwunsch!

Der Green Fashion Competition, der im letzten Jahr von Elsien Gringhuis gewonnen wurde, soll junge Designer motivieren nachhaltiger zu produzieren. Dieses Jahr wurden in der Kategorie 1 (25.000 Euro) Modelabels geehrt, die bereits in der Modeindustrie arbeiten und internationaler werden wollen. In Kategorie 2 (15.000 Euro) ging es v.a. um junge Kreative und Absolventen von Modeschulen.

Gewinner Kategorie 1: Studio JUX

Das Niederländische Label Studio JUX ist Mitglied der Fair Wear Foundation (Clean&Unique) und produziert in Nepal. In jede Stück wird ein Etikett eingenäht, das einem sagt, wer diese Kleidung genäht hat. Designerin Jitske Lundgren ist sogar nach Nepal gezogen, um die Produktion eigenhändig zu kontrollieren. Angorawolle kommt von einer Biofarm mit Angorahasen, die gekämmt und nicht rasiert werden. Ferner wird das im Anbau umweltfreundliche Hanf verwendet und recycelte Plastik-Flachen. Wir werden später mehr über Studio JUX berichten.

Gewinner Kategorie 2

Carrie Parry legt hohen Wert auf Nachhaltigkeit und will Stücke produzieren „that never go out of style“. Alle Teile werden in New York City zusammengenäht. Die Stoffe werden in San Francisco umweltfreundlich bedruckt. Ferner legt sie hohen Wert auf Nachhaltigkeit bei der Auswahl ihrer Materialien: Sie verwendet Biobaumwolle (GOTS) und Biowolle, Tencell, recycliertes Polyester, „Cupro“ für Futter aus Abfällen der Baumwollproduktion und Seide.

Studio Jux ist noch nicht in der Schweiz zu kaufen (ausser online), aber vielfach in Deutschland und Österreich. Wir werden das bald in unserm Shopping Guide ergänzen. Carrie Parry gibt es bisher leider v.a. in den USA oder online.

Die Jury hatte je Kategorie 4 Finalisten ausgewählt. Hier ist die geweilige Begründung.

Finalisten der 1. Kategorie

Studio JUX: “This brand clearly addresses biodiversity issues in the fashion industry and provides a very good overview of materials used, related certifications and sourcing locations. The designs are modern, and simple but interesting enough not to bore. The playful and colourful designs are striking.” The jury believe that this company can have a true impact on the communication of green labels and a that it has a thorough understanding of biodiversity and sustainability in general, the business plan even included a Life cycle analysis of CO2 emissions. “The business plan reads that the brand means ‘Fun’ in German. We would not be surprised if it means ‘Sustainable’ in Nepalese.”

L’Herbe Rouge: „L’Herbe Rouge shows a clear understanding of the impacts of materials and processes on biodiversity. The designs are both refreshing and sober. Clothes are clean cut and minimalistic and are made of recycled yarn and organic cotton. The pieces are well connected and the brand already has a good track record. The knowledge of biodiversity is translated into the right decisions on design and materials, of which the dyes from organic grapes should definitely be mentioned!”

SPRB: “This label stands for its raw aesthetic. The eye-catching knits are highly fashionable, comfortable and enriched with handcraft details. Designs are made by hand, using local production and organic cotton and natural dyes. This plan has a lot going for it.” The jury like the creative spirit tainted by true craftsmanship behind the label. “The label claims that their products are multifunctional and that you can even wear them upside down. It would be interesting to see if this is true, or if it means walking on your hands.”

STAT Divisions: “STAT Division has a very beautiful philosophy and its designs are characterized by Feminine, nautical and sporty elements. Important to note is the use of luxurious fabrics and the avoidance of haberdasheries. The brand has a clear vision of sustainability and biodiversity. The concept of biodiversity is well understood and explained, biodiversity-friendly choices are clear and the plan is easy to read.”

Finalisten Kategorie 2:

Oh my bag: “This labels presents accessories that are classical with a slightly fashionable twist. The used materials are very well sourced, and give the designs the must-have factor. The plan is well thought through with a clear vision on sustainability and is also feasible from an operational point of view.” One jury member said: “It would be a great way to end your life as a retired Indian cow. I would be interested in buying the bag based on the story alone, even though I don’t need a bag.”

Carrie Parry: “This label launches modern clothes with a nonchalant touch, which are for a sophisticated and conscious target market. The plan displays a sound knowledge on sustainability issues and biodiversity, including the right choice of materials and a strong supply chain focus. Sustainability is thoroughly integrated in the work of the company by means of a clear mission, values and guiding principles on sustainability.”

Zaida Adriana Goveo Balmaseda: “The focus in this collection lies on the outspoken use of handcrafted materials. Fabrics are hand-dyed and quilted and knits are made from hand-spun yarns. This in combination with multifunctional designs make the label really exiting. The business plan shows a good knowledge of sustainability issues and covers more than just the right choice of materials. Like the designer says: ‘It’s more than the clothes, my work should be a catalyst for positive change.’”

Narelle Dore: “This label presents a niche market product with strong focus on an artisanal approach and internal motivations. People that buy this product will probably never throw it away. Use of sustainable materials and a low energy production by hand completes the picture for biodiversity. The label presents without a doubt one of the most experimental collections. Dresses and tops are constructed from kilometres of woollen yarn. The colour palette is soft and subtle. Though the designs remind us of the flapper dresses from the twenties, they are at the same time fresh and avant-garde.”


„ORGANIC IS NOT A FASHION. IT IS A COMMITMENT.“

Neben den etablierten grossen Marken gibt es seit eh und je eine freie Modeszene, die bereits viele Blüten hervorgebracht hat. Unser Berliner Label der Woche slowmo, gegründet 2006 von den Geschwistern Felicia und Melchior Moss, ist eine davon.

(c) slowmo
Vorschau auf die Frühlings-/ Sommerkollektion 2012

Slowmo hat mit Blüten im eigentlichen Sinn wenig zu tun. Ihre Kollektionen zeichnen sich aus durch einen klaren Stil, hochwertige, angenehm zu tragende Materialien und sorgfältige Verarbeitung. Blumige Muster, die einem morgen schon nicht mehr gefallen, kann man bei slowmo lange suchen. Priorität haben unifarbige Stoffe in vielen kombinierbaren Farben, aus welchen Designerin Felicia Moss Lieblingsstücke für Mann und Frau mit aussergewöhnlicher und detailverliebten Schnittführung kreiert. Das Geheimnis guter Mode sei, sich zurückzuhalten und die Persönlichkeit des Trägers zu unterstreichen, betont die junge Designerin.

Slowmo setzt auf Entschleunigung, Beständigkeit und Nachhaltigkeit in einer schnelllebigen Welt, die mehrheitlich auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist. Die Kollektionen von slowmo tragen entsprechende, poetische Titel (Simplify 2012, Impuls 2011/2012, It makes a difference, Reflektion, Strandläufer), die als eine Anregung zum Innehalten zu verstehen sind – gerade in dem urbanen Umfeld, aus welchem die beiden slowmo-Gründer stammen. Bereits im Studium an der Berliner Modeschule Esmod gewann Felicia Moss mehrere Preise und gründete zusammen mit ihrem Bruder Melchior Moss ein Label, das ihre gemeinsame Einstellung zum Leben ausdrücken sollte. Sie wollten 100%-ig hinter dem stehen können, was sie tun.

(c) slowmo

Der respektvolle Umgang mit Mensch und Natur bildet die Grundlage ihrer Unternehmensphilosophie. Dieser Ansatz ist für slowmo keine Modeerscheinung, es ist eine Verpflichtung. Slowmo-Produkte sind zu 100% kontrolliert-biologisch und fair gehandelt, frei von Kinderarbeit, Ausbeutung, Genmanipulation und Umweltverschmutzung. Die Biobaumwolle (kba) für ihre gesamte Kollektion wird in der Türkei von einem Familienbetrieb angebaut und weiterverarbeitet. Die Wollstoffe für feine Strickjacken und Hosen sind GOTS-zertifiziert und werden in Deutschland produziert. Genäht werden die Shirts, Röcke, Hosen und Jacken von slowmo in einer kleinen Werkstatt in Berlin-Schöneberg.

Die Kleidung zum Wohlfühlen gibt es nicht nur online und im eigenen slowmo-Shop in Berlin,  sondern auch in zahlreichen Konzept-Stores in Deutschland, Österreich und der Schweiz (Shopliste).

Unser Tipp: Wer bis Ende Januar unsere Umfrage ausfüllt, gewinnt mit etwas Glück einen Einkaufsgutschein von slowmo über 150 Euro! Und wer die Umfrage bei Facebook mit seinen Freunden teilt, verdoppelt sogar seine Chancen auf den Gewinn.

Text: Irina Starmanns


MINGA BERLIN – BIOSOCKEN DER DIGITALEN BOHEME

Unser Label der Woche Minga Berlin produziert nach eigenen Angaben „Qualitätssocken in klaren, grafischen Mustern und gekonnt kombinierten Trendfarben“ aus Biobaumwolle. Minga heisst München auf bayerisch; und München Berlin ist vielleicht das Paris Texas der digitalen Bohème 2011. Und tatsächlich: Diese Socken sind keine Socken, sondern „Moco Modeaccessoires“ oder „blasphemische Interpretationen von Evergreens“.

© Minga Berlin

Minga Berlin gibt es seit Mai 2011 und das Label hat wohl primär die urbanen Kreativen im Auge. Die GründerInnen wollten das Thema „Socke“ vollkommen neu als hochwertiges Accessoire definieren – und es ist ihnen durchaus gelungen. Neben zweifarbigen Socken gibt es Socken in Streifen- und Rautenmuster zum Einheitspreis von 10 Euro für kurze Socken und 17 Euro für „Overknees“ in den Grössen 35-46. Versendet wird CO2-kompensiert, ab 40 Euro kostenfrei. Jede Socke ist zu rund 80% aus Biobaumwolle, 20% Elastan und 2% Nylon. Die kurzen Schwarzen gibt es nicht.

© Minga BerlinAlle Socken kommen aus der Türkei, worauf die jungen Inhaber von Minga Berlin Wert legen. Hier wird die vom Textile Exchange zertifizierte Biobaumwolle angebaut und bei einem Familienunternehmen der 3. Generation zu Socken weiterverarbeitet. Minga-Mitgründer Markus Lukasson erklärt, dass die Socken in Asien 60% billiger gewesen wären, aber Asien kam nicht in Frage. Die Türkei sei näher gewesen, was die Transportmeilen verringere. Ausserdem „lebe“ der türkische Firmeninhaber die Nachhaltigkeit vor, weshalb Lukasson jeden Journalisten unangemeldet in den Betrieb schicken würde; veröffentlichen wolle er die Produktionsadresse aus “Wettbewerbsgründen” aber nicht.

Biobaumwolle ist den GründerInnen sehr wichtig, die Produktionsschritte in der Textilverarbeitung sind jedoch noch nicht entsprechend zertifiziert (z.B. nach dem GOTS-Standard).  Die Fabrik in der Türkei ist zur Zeit nach ISO 14001 zertifiziert, wobei es um den Aufbau von Umweltmanagementsystemen in der Fabrik geht, auch wenn der Standard nicht die gleichen Garantien wie der GOTS gibt.

In den ersten 6 Monaten seit der Gründung wurden die ersten Bausteine für ein nachhaltiges Label gelegt, weitere Schritte sind geplant. Die nächste Produktion wird laut Lukasson “auf jeden Fall GOTS-zertifiziert sein”. Minga Berlin erwägt auch eine Mitgliedschaft in der FWF. Demnächst soll es übrigens weitere Accessoires geben. Wir sind gespannt.

Minga Berlin im Überblick


Konfektionierung Textilproduktion Faser
Sozial OHSAS 18001 OHSAS 18001
Ökologisch ISO 14001 ISO 14001 Textile (Organic) Exchange
Produktionsort Türkei Türkei Türkei

OHSAS 18001 ist ein Zertifikat für die Arbeitssicherheit. Dies ist also nur ein kleiner Bereich, den z.B. die FWF abdeckt. Fragen wie Löhne, Gewerkschaftsfreiheit etc. sind noch offen.

Text: Mark Starmanns

Socken von Minga Berlin gibt es zu kaufen im Online-Shop des Labels und bei folgenden Shops:

* akeef – Berlin
* Glore – München
* Laden 12 – Nürnberg
* Green Ground – Wien
* Today is a good day – Antwerpen
* Unterhaltung Liebligsstücke – Düsseldorf / Dortmund
* Manamana – Oldenburg
* Choice & Attitude – Korinth
* Ludwig 3 – Regensburg
* uniqat – Essen