UNSERE KRITERIEN

Das NETZWERKFAIREMODE präsentiert ausschliesslich Unternehmen, die nachhaltig produzieren. Dies wird vor allem anhand von Standardinitiativen und Zertifikaten überprüft.

Aus der Vielzahl bestehender sozialer und ökologischer Standardinitiativen und Zertifikate hat das NETZWERKFAIREMODE die mit den höchsten Ansprüchen ausgewählt. Die Orientierung an existierenden Standardinitiativen und Zertifikaten ist mit dem Problem verbunden, dass sie die Bemühungen von Unternehmen nicht erfasst, die sozial oder ökologisch produzieren, ohne jedoch standardisierte Verfahren zu verwenden. Deshalb wurden zwei weitere Aufnahmekriterien hinzugefügt: „lokal“ und „transparent“. Dadurch können auch solche Firmen Teil des Netzwerkes werden, die zwar bisher keiner Standardinitiative angehören und kein bestehendes Zertifikat erfüllen, jedoch durch ihre Firmenphilosophie und transparente Produktionskette glaubwürdig nachhaltiges Engagement bezeugen.

  Fasergewinnung Textilproduktion Konfektionierung
Ökologische Kriterien Kontrolliert biologischer Anbau (kbA), lokal GOTS, IVN Naturtextil, lokal Verwendung von Recycling-materialien, lokal
Soziale Kriterien  FLO Cotton
(Max Havelaar)
SA 8000; lokal Mitgliedschaft in FWF, FLA oder ETI; lokal
Transparenz Transparent Transparent Transparent

Die Tabelle zeigt, dass die meisten Standardinitiativen oder Zertifikate nicht die gesamte Produktionskette eines Bekleidungsstücks betreffen, sondern nur einen Teil davon. Zur besseren Übersichtlichkeit der Standards unterteilt das NETZWERKFAIREMODE den komplexen Produktionsprozess von Bekleidung in drei Stufen:

  1. Fasergewinnung: Produktion der Faser: Anbau von Baumwolle und anderen pflanzlichen Fasern, Tierhaltung für Wolle, Seide, Leder etc., Produktion von synthetischen Fasern
  2. Textilproduktion: Produktion des Flächentextils: Spinnen, Veredeln, Färben, Weben, Stricken
  3. Konfektion: Zusammensetzen des Bekleidungsstücks: Nähen, Verarbeiten

Alle Modelabels, die auf http://www.netzwerkfairemode.com präsentiert werden, erfüllen als Aufnahmekriterium in das Netzwerk zumindest eines unserer Kriterien für „faire“ Mode (siehe Tabelle), wobei primär solche Firmen ausgewählt werden, die möglichst viele Kriterien erfüllen. Da aber die Herstellung von Bekleidung viele Schritte umfasst, und bislang nur sehr wenige Unternehmen in der kompletten Produktion sowohl soziale als auch ökologische Kriterien einhalten, präsentiert NETZWERKFAIREMODE auch Modelabels, die im Prozess der Umstellung sind und macht transparent, welche Kriterien in welcher Produktionsstufe bislang erfüllt sind.

Was sind Standardinitiativen und Zertifikate?

Standardinitiativen definieren ethische Standards für ihre Unternehmensmitglieder, die diese dann nach festgelegten Regeln umsetzen müssen. Sozialstandardinitiativen gehen prozessorientiert vor: sie garantieren nicht, dass die sozialen Standards tatsächlich umgesetzt sind, sondern definieren die Regeln, nach denen eine Umsetzung erfolgen soll. Ein Zertifikat definiert auch ethische Standards und bescheinigt, dass zertifizierte Betriebe diese Standards einhalten. Bei Produktzertifikaten geht es oftmals um ökologische Aspekte, aber auch der Faire Handel arbeitet mit Zertifikaten.

Welche Aspekte waren zentral bei der Auswahl der Standards und Zertifikate?

  • Sind die wichtigsten (sozialen/ökologischen) Kriterien abgedeckt?
  • Wie hoch ist die Glaubwürdigkeit? Sind relevante Anspruchsgruppen involviert?
  • Wie transparent ist die Initiative oder das Zertifikat gegenüber den Konsumenten?

Diese Kriterien werden bei Bedarf weiterentwickelt.

Transparenz

Dieses Kriterium bedeutet, dass eine Modefirma besonders transparent ist in Bezug auf ihre Produktionsbedingungen. Das Netzwerk faire Mode vergibt diese Bezeichnung, wenn mindestens folgende Aspekte offen gelegt werden:

Standorte der Produktionsstätten (Textilproduktion und Konfektion) und Herkunft der Materialien (Fasergewinnung) ODER Veröffentlichung von Audit-Berichten.

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