ARBEITSSTANDARDS

NETZWERKFAIREMODE wählt Modefirmen nach folgenden sozialen Kriterien aus:

 

Fasergewinnung

Textilproduktion

Konfektionierung

Soziale Kriterien 

FLO Cotton
(Max Havelaar)

SA 8000;
lokal

Mitgliedschaft in FWF, FLA oder ETI; lokal

Jedes hier präsentierte Modelabel muss ein soziales und ökologisches Kriterium erfüllen. Für jedes Modelabel macht NETZWERKFAIREMODE transparent, welche Kriterien es erfüllt.

SA 8000 von Social Accountability International (SAI)

Das Zertifikat SA 8000 wird von der Multi-Stakeholder Initiative Social Accountability International (SAI) vergeben. Das Zertifikat bescheinigt das Vorhandensein bestimmter Managementsysteme zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in einzelnen Produktionsstätten. Im Zentrum steht die Einhaltung der Kernarbeitsnormen der ILO (International Labour Organisation).

FWF – Fair Wear Foundation

Die FWF ist eine Multi-Stakeholder Initiative mit Sitz in Amsterdam, die das Ziel verfolgt, Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie (Konfektion) zu verbessern. Durch Beteiligung von Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren besitzt die FWF eine hohe Glaubwürdigkeit. Unternehmen in Europa können Mitglied in der FWF werden, womit sie den Regeln der FWF zustimmen. Unter anderem müssen sie die Sozialstandards der FWF in den eigenen Lieferketten implementieren, ihre Einhaltung kontrollieren, ihre eigene Beschaffungspolitik gegenüber der FWF transparent machen, sich von der FWF überprüfen lassen und öffentlich über das eigene Vorgehen sowie die Fortschritte berichten.

FLA – Fair Labor Association

Die FLA ist eine Multi-Stakeholder Initiative mit Sitz in Washington DC, die das Ziel verfolgt, Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie zu verbessern. Durch Beteiligung von Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren hat die FLA eine relativ hohe Glaubwürdigkeit. Basierend auf ILO erstellte FLA Richtlinien für Arbeitsbedingungen, sowie ein Monitoring, um die Standards laufend verbessern zu können. Durch die Mitgliedschaft verpflichtet sich ein Unternehmen die FLA Standards einzuhalten. FLA bringt verschiedene Stakeholder in einer Multi-Stakeholder Initiative zusammen. Die FLA verpflichtet seine Mitglieder nicht dazu, existenzsichernden Löhne einzuhalten.

ETI – Ethical Trading Initiative

Die ETI ist eine Multi-Stakeholder Initiative mit Sitz in London, die das Ziel verfolgt, Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie zu verbessern. Durch Beteiligung von Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren hat die ETI eine relativ hohe Glaubwürdigkeit. Die ETI unterstützt ihre Mitglieder dabei, die Standards in der Lieferkette zu implementieren. Mitglieder der ETI verpflichten sich dazu, die Standards des ETI Base Code sowie Implementierungsstandards einzuhalten. Die Mitglieder müssen jährlich ihre Fortschritte an die ETI berichten. Im Gegensatz zur FWF oder FLA werden die Fortschritte aber nicht überprüft.

FLO – Certified Cotton (Max Havelaar)

Die Fair Labelling Organization (FLO) ist eine Multi-Stakeholder Initiative, die Fairtrade-Standards vor allem für landwirtschaftliche Produkte definiert. Für Produkte wie Baumwolle, Tee, Kaffee etc. werden Fairtrade Standards entwickelt, welche einen Mindestpreis und eine Prämie enthalten. Fairtrade-zertifizierte Bauern-Kooperativen und Plantagen erhalten für ihre Produkte ein stabiles Einkommen. Fairtrade ermöglicht Kleinbauern aus benachteiligten Regionen des Südens Marktzugang in den Norden und fördert langfristige und möglichst direkte Handelsbeziehungen. Angestellte auf Plantagen bekommen im Minimum den gesetzlichen Mindestlohn und profitieren unter anderem von Schutzkleidung, bezahltem Urlaub und sozialer Vorsorge. Die von der FLO unabhängige Organisation FLO-cert kontrolliert und zertifiziert die Produzenten. Es existieren verschiedene Fairtrade Standards, darunter ist FLO die bekannteste Organisation. In der Schweiz wird das Fairtrade-Label von der Max Havelaar-Stiftung vergeben.

Lokal

Lokale Produktion erachtet NETZWERKFAIREMODE als wichtiges soziales und ökologisches Nachhaltigkeitskriterium. Die schweizerische Arbeits- wie Umweltgesetzgebung befindet sich im internationalen Vergleich auf hohem Niveau; zum Beispiel sind existenzsichernde Löhne, Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Schutz der Umwelt vor schädigenden Emissionen der Textilproduktion alles Kriterien, die in Billiglohnländern oft über die oben beschriebenen Standardinitiativen und Zertifikate gesichert werden müssen; hierzulande sind sie über die nationale Gesetzgebung garantiert. Ferner haben Angestellte immer die Möglichkeit, ein Arbeitsgericht zu konsultieren. Zudem verkürzen sich bei einer lokalen Produktion die Transportwege, was sich vorteilhaft auf die CO2-Bilanz auswirkt.