VON ACID HOUSE ZU FAIRER MODE. EIN VIERTELJAHRHUNDERT KOMODO

Ob trendy oder klassische Mode für Männer und Frauen ­­– das britische Label Komodo gehört zu den Vorreitern der grünen und fairen Mode und ist mit seinen vielseitigen Kollektionen in vielen Konzeptläden zu finden. Wir wollten von Mark Bloom, Gründer und Geschäftsführer von Komodo wissen, was sich seit den Anfängen geändert hat und wo die Herausforderungen heute liegen. Wer jedoch Bilderbuchaussagen über faire Mode erwartet, ist am falschen Mann. Im Interview zeigt sich Mark Bloom eher ernüchtert. Er legt offen, dass das Streben nach nachhaltigen Produktionsweisen für ihn auch Widersprüche beinhaltet und nicht immer alles nur gut läuft. Bewusst oder unbewusst schwimmt er damit gegen den Trend, gegen jede politische Korrektheit.

Anna Perrottet (AP): Joe Komodo, für wen ist Komodo?

Mark Bloom (MB): Wir machen Mode für Gleichgesinnte. Ja, einfach Gleichgesinnte.

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BEKLEIDUNGSKONZEPTE IM WANDEL. IM GESPRÄCH MIT DANIELA PAIS VON ELEMENTUM

Stellen Sie sich vor, aus Ihrem Pulli wird ein Kleid, dann ein Schal oder ein Rock. Elementum stellt Teile aus Jersey her, die durch wenige geschickt gesetzte Schnitte in zahlreichen Variationen getragen werden können. Enstanden aus einer Masterarbeit an der Design Academy Eindhoven (NL), ist Elementum heute nicht mehr aus dem ABC der ökofairen Labels wegzudenken. Wir bewundern immer wieder, wie raffiniert Elementum eine einfache Idee umsetzt, und verfolgen seit einiger Zeit die Arbeit des Labels (so in unserem Blogpost im Februar 2012). Hier nun ein Interview mit der portugiesischen Designerin und Jungunternehmerin Daniela Pais.

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VOM KÜNSTLER ZUM MODEDESIGNER: DAVIDE GRAZIOLI UNS SEIN BERLINER LABEL ATELIER AWASH

Der Künstler und Modedesigner Davide Grazioli ist weit gereist bevor er vor gut drei Jahren sein einzigartiges Label für Männermode in Berlin gründete. Sein Stil ist elegant und leger, die hochwertigen Stoffe sind speziell für sein Label entwickelt und produziert. Nicht nur Weltenbummler fühlen sich wohl in seinen lässigen Shirts, Sakkos und Hosen. In Graziolis Entwürfen findet vor allem das urbane und zeitgenössische Lebensgefühl Ausdruck.

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COLL.PART – DREI LÄNDER, DREI KOLLEKTIONEN

Nina Raeber hat mit ihren Entwürfen den Nerv der Zeit getroffen. Die ehemalige Schmuckdesignerin aus Lausanne designt, produziert und vertreibt Taschen aus gebrauchten Materialien. In erster Linie geht es ihr dabei darum, Taschen herzustellen, die ihr und anderen gefallen. Die faire Produktion soll eine selbstverständliche Nebensache sein und bleiben.  Wir werfen einen Blick auf die Geschichte hinter den „collections particulières“.

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EINE EHRENSACHE. TASCHEN AUS AUSGEDIENTEN RETTUNGSWESTEN

Immer wieder stossen wir in unseren Recherchen auf spannende neue Designs aus reziklieren Materialien oder wandlungsfähige Kleidung für moderne „Nomaden“. Über solche Kleidungsstücke haben wir kürzlich berichtet. Wandlungsfähigen Taschen sind wir noch nicht begegnet, statt dessen jedoch vielen ungewöhnlichen Materialien, die im Taschendesign Verwendung finden. In ihrem früheren Leben waren es mal Militärdecken, Reissäcke oder Luftmatratzen. Auf der Fashion Week in Berlin sind wir sogar Rettungswesten und Fallschirmen in Form von Taschen begegnet.

Die Idee, alte Rettungswesten zu Taschen zu verabeiten kam Kerstin Rank vom Individualisierungs-Atelier Ehrensache beim Fliegen. Damals wusste sie noch nicht, dass die Westen nach acht bis zehn Flugjahren und unzähligen Meilen schliesslich entsorgt werden, doch ihr gefielen Weiterlesen

UNIWEARSAL – THE ONLY COLOUR THAT MATTERS IS GR€€N?

In der Zentrale des jungen Labels in Hamburg herrscht Hochbetrieb: „Zwei Messeaufritte im Januar und die Produktion unserer aktuellen Kollektion haben wir gerade hinter uns. Jetzt schicken wir die Bestellungen raus, bauen unseren eigenen Webshop auf und entwickeln die neue Kollektion“, so Roland Günther, Koordinator und Mitbegründer bei uniwearsal.

(c) uniwearsal

Das Kleiderlabel uniwearsal (anfangs „yog:k uniwearsal“) wurde 2010 von der Designerin Laura Krämer und ihrem Geschäftspartner Roland Günther gegründet. Ihre Designs sollen – getreu dem Namen – im vielseitigen Alltag der Kundinnen universell tragbar sein. Shirts sind multifunktional und können durch wenige Tricks und Kniffe immer wieder neu getragen und interpretiert werden. Weiterlesen

„ORGANIC IS NOT A FASHION. IT IS A COMMITMENT.“

Neben den etablierten grossen Marken gibt es seit eh und je eine freie Modeszene, die bereits viele Blüten hervorgebracht hat. Unser Berliner Label der Woche slowmo, gegründet 2006 von den Geschwistern Felicia und Melchior Moss, ist eine davon.

(c) slowmo
Vorschau auf die Frühlings-/ Sommerkollektion 2012

Slowmo hat mit Blüten im eigentlichen Sinn wenig zu tun. Ihre Kollektionen zeichnen sich aus durch einen klaren Stil, hochwertige, angenehm zu tragende Materialien und sorgfältige Verarbeitung. Blumige Muster, die einem morgen schon nicht mehr gefallen, kann man bei slowmo lange suchen. Priorität haben unifarbige Stoffe in vielen kombinierbaren Farben, aus welchen Designerin Felicia Moss Lieblingsstücke für Mann und Frau mit aussergewöhnlicher und detailverliebten Schnittführung kreiert. Das Geheimnis guter Mode sei, sich zurückzuhalten und die Persönlichkeit des Trägers zu unterstreichen, betont die junge Designerin.

Slowmo setzt auf Entschleunigung, Beständigkeit und Nachhaltigkeit in einer schnelllebigen Welt, die mehrheitlich auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist. Die Kollektionen von slowmo tragen entsprechende, poetische Titel (Simplify 2012, Impuls 2011/2012, It makes a difference, Reflektion, Strandläufer), die als eine Anregung zum Innehalten zu verstehen sind – gerade in dem urbanen Umfeld, aus welchem die beiden slowmo-Gründer stammen. Bereits im Studium an der Berliner Modeschule Esmod gewann Felicia Moss mehrere Preise und gründete zusammen mit ihrem Bruder Melchior Moss ein Label, das ihre gemeinsame Einstellung zum Leben ausdrücken sollte. Sie wollten 100%-ig hinter dem stehen können, was sie tun.

(c) slowmo

Der respektvolle Umgang mit Mensch und Natur bildet die Grundlage ihrer Unternehmensphilosophie. Dieser Ansatz ist für slowmo keine Modeerscheinung, es ist eine Verpflichtung. Slowmo-Produkte sind zu 100% kontrolliert-biologisch und fair gehandelt, frei von Kinderarbeit, Ausbeutung, Genmanipulation und Umweltverschmutzung. Die Biobaumwolle (kba) für ihre gesamte Kollektion wird in der Türkei von einem Familienbetrieb angebaut und weiterverarbeitet. Die Wollstoffe für feine Strickjacken und Hosen sind GOTS-zertifiziert und werden in Deutschland produziert. Genäht werden die Shirts, Röcke, Hosen und Jacken von slowmo in einer kleinen Werkstatt in Berlin-Schöneberg.

Die Kleidung zum Wohlfühlen gibt es nicht nur online und im eigenen slowmo-Shop in Berlin,  sondern auch in zahlreichen Konzept-Stores in Deutschland, Österreich und der Schweiz (Shopliste).

Unser Tipp: Wer bis Ende Januar unsere Umfrage ausfüllt, gewinnt mit etwas Glück einen Einkaufsgutschein von slowmo über 150 Euro! Und wer die Umfrage bei Facebook mit seinen Freunden teilt, verdoppelt sogar seine Chancen auf den Gewinn.

Text: Irina Starmanns

MINGA BERLIN – BIOSOCKEN DER DIGITALEN BOHEME

Unser Label der Woche Minga Berlin produziert nach eigenen Angaben „Qualitätssocken in klaren, grafischen Mustern und gekonnt kombinierten Trendfarben“ aus Biobaumwolle. Minga heisst München auf bayerisch; und München Berlin ist vielleicht das Paris Texas der digitalen Bohème 2011. Und tatsächlich: Diese Socken sind keine Socken, sondern „Moco Modeaccessoires“ oder „blasphemische Interpretationen von Evergreens“.

© Minga Berlin

Minga Berlin gibt es seit Mai 2011 und das Label hat wohl primär die urbanen Kreativen im Auge. Die GründerInnen wollten das Thema „Socke“ vollkommen neu als hochwertiges Accessoire definieren – und es ist ihnen durchaus gelungen. Neben zweifarbigen Socken gibt es Socken in Streifen- und Rautenmuster zum Einheitspreis von 10 Euro für kurze Socken und 17 Euro für „Overknees“ in den Grössen 35-46. Versendet wird CO2-kompensiert, ab 40 Euro kostenfrei. Jede Socke ist zu rund 80% aus Biobaumwolle, 20% Elastan und 2% Nylon. Die kurzen Schwarzen gibt es nicht.

© Minga BerlinAlle Socken kommen aus der Türkei, worauf die jungen Inhaber von Minga Berlin Wert legen. Hier wird die vom Textile Exchange zertifizierte Biobaumwolle angebaut und bei einem Familienunternehmen der 3. Generation zu Socken weiterverarbeitet. Minga-Mitgründer Markus Lukasson erklärt, dass die Socken in Asien 60% billiger gewesen wären, aber Asien kam nicht in Frage. Die Türkei sei näher gewesen, was die Transportmeilen verringere. Ausserdem „lebe“ der türkische Firmeninhaber die Nachhaltigkeit vor, weshalb Lukasson jeden Journalisten unangemeldet in den Betrieb schicken würde; veröffentlichen wolle er die Produktionsadresse aus “Wettbewerbsgründen” aber nicht.

Biobaumwolle ist den GründerInnen sehr wichtig, die Produktionsschritte in der Textilverarbeitung sind jedoch noch nicht entsprechend zertifiziert (z.B. nach dem GOTS-Standard).  Die Fabrik in der Türkei ist zur Zeit nach ISO 14001 zertifiziert, wobei es um den Aufbau von Umweltmanagementsystemen in der Fabrik geht, auch wenn der Standard nicht die gleichen Garantien wie der GOTS gibt.

In den ersten 6 Monaten seit der Gründung wurden die ersten Bausteine für ein nachhaltiges Label gelegt, weitere Schritte sind geplant. Die nächste Produktion wird laut Lukasson “auf jeden Fall GOTS-zertifiziert sein”. Minga Berlin erwägt auch eine Mitgliedschaft in der FWF. Demnächst soll es übrigens weitere Accessoires geben. Wir sind gespannt.

Minga Berlin im Überblick


Konfektionierung Textilproduktion Faser
Sozial OHSAS 18001 OHSAS 18001
Ökologisch ISO 14001 ISO 14001 Textile (Organic) Exchange
Produktionsort Türkei Türkei Türkei

OHSAS 18001 ist ein Zertifikat für die Arbeitssicherheit. Dies ist also nur ein kleiner Bereich, den z.B. die FWF abdeckt. Fragen wie Löhne, Gewerkschaftsfreiheit etc. sind noch offen.

Text: Mark Starmanns

Socken von Minga Berlin gibt es zu kaufen im Online-Shop des Labels und bei folgenden Shops:

* akeef – Berlin
* Glore – München
* Laden 12 – Nürnberg
* Green Ground – Wien
* Today is a good day – Antwerpen
* Unterhaltung Liebligsstücke – Düsseldorf / Dortmund
* Manamana – Oldenburg
* Choice & Attitude – Korinth
* Ludwig 3 – Regensburg
* uniqat – Essen

NACHHALTIG ERFOLGREICH

© erfolg

From Russia with Love

Ein nachhaltiger Umgang mit Kleidern ist die Essenz der Firmenphilosophie von erfolg. „Wir produzieren keine schnelllebige Fashion, sondern Produkte, die mehrere Modesaisons überdauern“, sagt Walter Reinhard, der Geschäftsführer von erfolg. Möglich ist dies dank den klaren Schnitten und der guten Qualität: erfolg arbeitet nur mit hochwertigen Materialien (Merinowolle und Baumwollgarnen). Aber erfolg steht nicht nur für schönes, schlichtes Design und hohe Qualität, sondern auch für Schweizer Produktion und einen respektvollen Umfang mit Mensch und Natur; so Walter Reinhard: „Made in Switzerland ist für uns nicht einfach ein Marketing-Gag, sondern ein Garant für eine nachhaltige, regionale Produktionsweise.“

Kleiderproduktion als Tour de Suisse

Schon beim Firmenstart vor 18 Jahren war der erfolg-Gründerin und -Designerin Sandrine Voegelin klar, dass sie ihre Modelle so weit wie möglich in der Schweiz produzieren lassen wollte. Die Schweiz verfügt über eine strenge soziale und ökologische Weiterlesen