DAS GESCHÄFT MIT UNSEREN ALTKLEIDERN. MEHR TRANSPARENZ BITTE!

Was geschieht mit unseren Kleidern, wenn wir sie in den Altkleider-Container geben? Als Antwort empfehlen wir die Dokumentation von Angela Scheele „Die Masche mit den alten Kleidern“, die am 17.8.2012 im ZDF ausgestrahlt wurde.

Zwei Modedesignerinnen trotzen der Wegwerf-Kultur. Für sie sind die alten Kleider eine reiche Fundgrube für ungewöhnliche Stoffe und Farben. Diese Florentiner Gardine soll bald eine Bluse werden.

Das Wichtigste in Kürze: Deutsche werfen jährlich eine Million Tonnen Textilien weg, und davon landen 750.000 Tonnen in der Altkleidersammlung: „ Würde man die LKW mit den gesammelten Kleiderbergen aneinanderreihen, ergäbe sich eine Schlange von München bis Kiel.“ Die Dokumentation erzählt die ausgeklügelte Weiterverwertung ab Altkleidercontainer, von der viele Menschen profitieren. Beispiel: Eine Frau wirft zwei Pullover und eine alte Gardine weg.

Die Inhalte der karitativen und nicht-karitativen Altkleidercontainer werden an gewerbliche Sortierbetrieb wie beispielsweise TexTrade verkauft. Diese Firma zahlt der Einrichtung, die auf dem Container steht, ca. 50 Euro pro Tonne. Laut ZDF fehlt hier oftmals die Transparenz zur Weiterverarbeitung. Bei TexTrade landen von den Alttextilkäufen etwa 10% im Müll, 40% werden an eine Firma verkauft, die daraus Putzlappen etc. macht. Der Rest ist noch tragbar: A-Ware kommt für 3 Euro/kg nach Osteuropa / Russland, B-Ware mit leichten Gebrauchsspuren für weniger als 1 Euro/kg nach Afrika. Insgesamt würden nur 2% der gesammelten Altkleider in „Kleiderkammern“ landen, womit wohl Caritas etc. Läden in Deutschland gemeint sind.

Insgesamt werden die 750.000 Tonnen Alttextilien in Deutschland so verwendet:

  • Wiederverwendung und Vermarktung als Secondhand-Ware: 43%
  • Textilien für Putzlappen- und Dämmstoffherstellung: 16%
  • Weiterverwertung: 31% (davon 21% als Recyclingmaterial und 10% für thermische Nutzung)
  • Sammelware, die nicht verwertet werden konnte und als Abfall beseitigt wird: 20%

Der Bericht folgt nun den beiden Pullovern bis zum Markt in Königsberg, wo der dicke Pulli für unter 1 Euro verkauft wird und der elegantere rote Pullover für rund 7 Euro im Second-Hand Laden eine glückliche Käuferin findet.

Ein paar Teile, wie beispielsweise die alte Gardine, werden von Redesign Hamburg (siehe Bild) günstig gekauft und dann zu neuen Modestücken aus alten Stoffen verarbeitet.

Die Sendung kritisiert, dass die Weiterverwertung der alten Textilien nicht immer transparent geschieht und manche karitativen Organisationen die Menschen im falschen Glauben lassen, dass Ihre alte Kleidung karitativ verwendet würde. Kolping sei zum Beispiel transparenter als die Caritas. Wer sicher gehen will, dass die Kleidung auch fair weiterverarbeitet wird, sollte nach dem Label FairWertung Ausschau halten. Dies ist ein Dachverband gemeinnütziger und kirchlicher Organisationen, der versucht, mehr Transparenz in diesen Markt mit Altkleidern zu bringen. Wer in Deutschland sicher gehen möchte, dass die Kleidung sinnvoll weiterverwendet wird, der sollte sich einen Container suchen, der von FairWertung gelabelt ist.

Die Karte gibt einen Überblick und dieser Link führt zu einer Standortabfrage.

Weitere Upcycling-Labels hat Luise Barsch vom Berliner upcycling-Label Aluc in einem aktuellen Artikel im Designmob–Blog vorgestellt, zum Beispiel: mija t. rosa, Milch, KMA, Steinwidder, kamaeleon (v.a. für Kinder), TrashdesignManufaktur Wien, Carin Fuerst, milchring, tagwerk, tingding.

Berliner Label schmidttakahashi hat sogar eigene Container in Berlin, Frankfurt, USA, Kanada, Mexiko und Japan.


One Comment on “DAS GESCHÄFT MIT UNSEREN ALTKLEIDERN. MEHR TRANSPARENZ BITTE!”

  1. F.S.Eiler sagt:

    Danke für den informativen Bericht.
    mija t. rosa aus Wien und Qmilch werden auf unseren Seiten vorgestellt.
    Wir haben lange mit Ihnen gesprochen. Sie gehen neue Wege. Vorbildlich finden wir.
    mija t. rosa z.B. http://www.ichtragenatur.de/Julie-Cepp.html

    Wir alle müssen lernen umzudenken.
    Mit nachhaltigen Grüßen,


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