COLL.PART – DREI LÄNDER, DREI KOLLEKTIONEN

Nina Raeber hat mit ihren Entwürfen den Nerv der Zeit getroffen. Die ehemalige Schmuckdesignerin aus Lausanne designt, produziert und vertreibt Taschen aus gebrauchten Materialien. In erster Linie geht es ihr dabei darum, Taschen herzustellen, die ihr und anderen gefallen. Die faire Produktion soll eine selbstverständliche Nebensache sein und bleiben.  Wir werfen einen Blick auf die Geschichte hinter den „collections particulières“.

Entstehungsgeschichte und Phnom-Penh-Kollektion

Nina Raeber, Gründerin und Gestalterin bei coll.part, lebte 2003 ein Jahr in Kambodscha. Auf dem Markt und am Strassenrand entdeckte die Westschweizerin bunte Plastikgewebe en masse.  Aus der schon vorher gehegten Begeisterung für alte Futter- und Nahrungsmittelsäcke mit ihren besonderen Grafiken und Drucken, wurde in Kambodscha eine konkrete Geschäftsidee. Nina Raeber liess erste Prototypen von Taschen herstellen und machte sich auf die Suche nach Produzenten.

In Kambodscha wäre es einfach, Handwerker zu finden, die einem für wenig Geld Taschen nähen. Für Nina Raeber war aber von Anfang an klar, dass sie die Lebensumstände der Leute nach Möglichkeit verbessern wollte. Die Zusammenarbeit mit einer Werkstatt, die Opfer von Human Trafficking rehabilitiert, klappt nun schon seit 7 Jahren und schafft so Arbeitsplätze für viele Frauen.  Die leeren Fischfuttersäcke aus Vietnam werden sorgfältig sortiert. Inzwischen hat sich die Produktion der Schweizerin in Phnom Penh herumgesprochen und die Händler, die die Säcke aus den Fischzuchten für den Markt abholen, sortieren von Anfang an gleich für die coll.part Werkstatt mit.

Eine der Anfangsschwierigkeiten war, die lokalen Produzenten von der Idee zu überzeugen. Für die Bevölkerung von Phnom Penh dienten die ausgedienten Fischfuttersäcke höchstens als Abdeckung fürs Auto oder als Hilfsmittel rund ums Haus. Niemand konnte sich vorstellen, dass im fernen Europa jemand das Material als Tasche attraktiv finden könnte. Die farbenfrohen Planen ­– gepaart mit dem gekonnten Design von Nina Raeber und der guten Qualität ­– fanden in Europa und Japan aber schnell Absatz.

Die aus Polypropylen maschinell gewobenen Fischfuttersäcke sind wasseressistent und können mit Wasser  ohne Scheuern gewaschen werden. Die Farben können mit der Zeit bleicher werden, bleiben aber bestehen. Mit Badetaschen, Handtaschen, Umhängetaschen, Portemonnaies, Einkaufstrolleys und vielen anderen Produkten umfasst die Phnom Penh-Kollektion inzwischen 40 Modelle.

Kollektion Ouagadougou

Inzwischen hat Nina Raeber neben der Phnom Penh –Kollektion zwei weitere Kollektionen aufgebaut.  Dabei steht immer der Produktionsort mit seinen jeweiligen Eigenarten und typischen Materialien im Vordergrund.

Bei der Kollektion Ouagadougou sind es Mehl-, Reis- und Zementsäcke vom lokalen Markt, aus denen ein Schneider Taschen herstellt. Auch diese Taschen sind wasser- und wetterresistent und langlebig. Das Material ist etwas steifer und fester als das Material der Phnom Penh-Kollektion.  Mit gutem Gespür für die Drucke und Proportionen sucht, schneidet und verarbeitet der Schneider Souleymane die schönsten Motive zu Taschen. Die Kollektion sowie die Handelsbeziehung Lausanne-Ouagadougou sind noch im Aufbau.  Nina Raeber hofft, ihren afrikanischen Produktionspartner in Burkina Faso durch den Verkauf der Taschen beim Ausbau des Ateliers unterstützen zu können.

Kollektion Lausanne-Törbel

Die dritte Kollektion arbeitet mit alten Schweizer Militärwolldecken. Auch bei der Kollektion Lausanne-Törbel hat Nina Raeber ihre Philosophie, lokal zu produzieren, konsequent berücksichtigt. Die Taschen sind eine Ko-Produktion zwischen dem bekannten Atelier Karlen im Walliser Ort Törbel und coll.part. Hans-Jörg Karlen und sein Team sind bekannt für ihre Accessoires aus Militärdecken mit Schweizerkreuz. Die Sattlerei ist der wichtigste Arbeitgeber im Bergort Törbel und schafft Arbeitsplätze, die sonst nur im Tal zu finden wären. Die Preise liegen aufgrund von Material und Verarbeitungsort im mittleren bis höheren Segment.

Die Kollektion besteht einerseits aus Modellen Grimentz und Zermatt mit den markanten Einschlupflöchern für die Hände. Andererseits ziehen die Modelle Genève, Zuerich und Lausanne durch ihre prägnanten Drucke Aufmerksamkeit an und machen die Taschen zu einem selbstbewussten Accessoire. Die Lederteile der Taschen sind in der Schweiz gegerbt, das Innenfutter ist aus recyceltem Hanf und Bio-Baumwolle.  

Wer die Taschen bestellen möchte, schaut am besten im Online-Shop von coll.part.  oder sucht einen Shop in seiner Nähe hier. Und wer unsere Umfrage ausfüllt, kann ebenballs eine Tasche von coll.part. gewinnen!

Text: Anna Perrottet


One Comment on “COLL.PART – DREI LÄNDER, DREI KOLLEKTIONEN”

  1. Hallo,

    Kunden von hessnatur versuchen, das Ökounternehmen durch ihre Stimme zu retten. Macht bitte mit, und informiert andere per mail, facebook, links und twitter! Auf der Aktionsseite heisst es: Warum dürfen die Arbeiter von hessnatur nicht auf die Kundendatei zugreifen und uns Kunden davon in Kenntnis setzen, dass ihr Unternehmen Private Equity zum Opfer fallen soll? Wer nicht mit uns rechnet, verrechnet sich! Wir wollen fair und ökologisch gehandelte Kleidung kaufen, aber nicht mit unserem Geld die Spekulation finanzieren! Und deshalb kaufen wir ausschließlich bei den Menschen, die für uns arbeiten, aber nicht bei einem Spekulanten, der diese Menschen kaufen will! Wir kaufen bei der hnGeno, sollte diese Eigentümer von hessnatur werden!

    http://wir-sind-die-konsumenten.de/


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