WHO MADE YOUR PANTS? UNTERWÄSCHE TEIL I

Ergänzend zu unserem Victoria’s Secret Beitrag stellen wir hier Firmen vor, die öko-faire Unterwäsche herstellen. Bisher sind wir auf rund 20 Firmen gestossen, deren Produktion unseren Kriterien entspricht. Einige verwenden Textilreste aus der Industrie, andere Bio- / Fairtrade-Baumwolle, Soja, Hanf und Bambus. Über die Nachhaltigkeit der Textilherstellung aus Soja, Hanf und Bambus werden wir demnächst noch ausführlicher schreiben. Die hier gelisteten Firmen produzieren in meist kleineren Betrieben und drei Labels produzieren in England.

Elegante Wäsche und Luxus

Luva Huva produziert mit wenigen Mitarbeitern in London ihre relativ breite Palette an Unter-, Nacht- und Loungewear für Frauen. Die Firma verwendet ausschliesslich GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle sowie andere tendenziell umweltfreundliche Fasern wie Soja, Hanf, Bambus und recycelte Fasern.

Luva Huva produces beautiful, hand made lingerie using ethically sourced fabrics, which are all produced in London the UK. The collection includes knickers, boxers, bloomers, babydolls, camisoles and loungepants. All of the items in the range are finished with frills and delicate bows in a variety of pastel shades, using organic cottons, bamboo hemp and soy fabrics.

Charini ist eine srilankische Luxus-Wäschenfirma, die mit ihrer ersten Kollektion 2012 startet und sich folgendermassen definiert:

Each creation is designed using luxury reclaimed materials and hand woven silks and lace from across Sri Lanka, adding a touch of timeless elegance and high-end panache. The collection celebrates art and craft reviving the lost heritage crafts of Sri Lanka, and supports these craftsmen in maintaining sustainable livelihoods.

In der Herstellung wird auf Plastik, gefährliche Färbemittel und Metal verzichtet – und statt dessen auf Nachhaltigkeit gesetzt. Die synthetischen Stoffe sind zu 100% Reststoffe aus Fabriken in Sri Lanka und auch die Baumwollstoffe sind Reststoffe – wobei aber insgesamt Seide in den Produkten dominiert.

Die in der englischen Presse gefeierte Marke Gilda and Pearl produziert ein breites Angebot an Luxus-Unterwäsche in England, inspiriert durch Glamour und Stars:

Born from a desire to dress up and inspired by the glamorous sirens of classic film, the award-winning Gilda and Pearl creates seductive lingerie to love.

Die Materialien (v.a. Seide, Spitze, Satin) sind hochwertig, aber nicht bio-zertifiziert.

Puristisch, stilsicher und nachhaltig

Das Süddeutsche Label AIKYOU, was auf japanisch Liebe, Liebreiz und Respekt bedeutet, designt Unterwäsche „für Frauen mit kleiner Oberweite und hohem Anspruch an Mode und Qualität“. Ihr Statement spricht für sich:

Unterwäsche, gemacht für die Bedürfnisse von Frauen mit eher kleiner Oberweite. Die wissen, was sie wollen. Die sich und ihren Körper so mögen, wie sie sind. Und die Wert auf Klarheit legen, gerade bei dem, was sie direkt auf der Haut tragen. Das Ergebnis ist Mode, die Statements setzt: puristisch, stilsicher und nachhaltig. Mit BHs, die nicht pushen und stützen müssen, sondern schlicht und zart sein können. So leicht, dass man sie fast nicht spürt. Anschmiegsam und mit feinen Details, unkompliziert und edel zugleich. Die man gerne anzieht – jeden Tag und zu allen Gelegenheiten.

Die in Deutschland und Kroatien produzierten Höschen (drei Styles) und BHs (vier Styles) kosten rund 25 Euro und rund 30-60 für die BHs. AIKYOU verwendet FLO zertifizierte Fairtrade & Bio-Baumwolle, und die Stoffe werden dann in Deutschland bei einem GOTS-zertifzierten Betrieb hergestellt und veredelt; genäht wird in Kroatien, wobei hier noch die GOTS-Zertifzierung fehlt, die Produkte also nicht entsprechend gelabelt sind.

Kampagnen-Pants

Whomadeyourpants? und Pants to Poverty produzieren nicht nur Unterwäsche, sondern sie sind Kampagnen. Pants to Poverty macht auf die Armutsprobleme der Bauern in Indien aufmerksam und arbeitete mit FLO-zertifzierten Kooperativen zusammen.

Whomadeyourpants? wurde 2009 in Southhampton gegründet und designt Unterhosen – „designed to sit flat under clothes, have no VPL, and be comfortable and all day fabulous.“ Die Kampagne zielte darauf ab, Flüchtlinge in England zu stärken und eine Alternative zum Sweatshop-Shopping zu bieten. Und so wurde die Firma in England als Kooperative mit 11 Näherinnen und 9 Trainerinnen gegründet. 80% der Arbeiterinnen sind Flüchtlinge, 20% können wegen Gesundheitsproblemen in keinem normalen Job arbeiten. Die verwendeten Materialien sind Reststoffe von grossen Unterwäschefirmen, die angeblich sonst als Restmüll enden würden! Ausserdem bietet die Firma bietet volle Transparenz: In jeder Hose befindet sich ein Datum anhand dessen man sehen kann, wer die Hose genäht hat. Wer mehr über die Firma wissen will, sollte den Guardian Artikel lesen. Ein tolles Projekt, das wir über NETZWERKFAIRMODE gerne im deutschsprachigen Raum replizieren würden. Wer Interesse an einem solchen Projekt in Deutschland, Österreich oder der Schweiz hat, melde sich bitte bei uns.

Bio-Baumwolle und Soja

Vier Firmen (Pants to Poverty, Knowledge Cotton Apparel, Göttin des Glücks, Peau Ethique) stellen für ca. 20 Euro/Stück schlicht geschnittene Pants und teils Unterhemden für Frauen und Männer v.a. aus Bio- / Fair Trade Baumwolle und in verschiedenen Styles und Farben her. Uns gefallen die Pants to Poverty Styles besonders gut.

Die französische Firma Peau Ethique produziert Unterwäsche für die ganze Familie und hat die breiteste Auswahl an vergleichsweise günstigen Basics (u.a. auch Oberteile und BHs).

Uranusapparel hat ähnliche Designs, aber die Pants sind aus Sojafasern produziert – genauer gesagt sind sie aus den Abfällen der Sojaprodukte, die sonst entsorgt oder ggf. zur Düngung verwenden würden. Uranus färbt natürlich und die Höschen kosten weniger als 10 Euro das Stück. Über die Ökobilanz von Soja wollen wir in Zunkunft noch berichten. Die Verwendung von Soja für Textilherstellung ist verlockend, auch die Qualitätsversprechen des Herstellers machen Lust aufs Ausprobieren. Die Sojastoffe sollen noch weicher und angenehmer als Baumwolle sein, wärmend wie die Wolle und besonders schnell trocknend und atmungsaktiv. Skepsis ist angebracht, wenn es um Soja aus den USA geht, die fast ausschliesslich genmanipuliert ist.

Alle Firmen im Überblick

Ökologie /
Materialien
Soziales /
Wo produziert?
Preis pro Pants, ca. in Euro Kommentar
Pants to Poverty 95% Bio-Baumwolle (FLO) Indien

12 – 25

Viele tolle Farben
Knoweldge Cotton Apparel 92% Bio-Baumwolle
(GOTS & FLO)
k.A.

25

Diverse Farben
Göttin des Glücks Bio-Baumwolle (GOTS&FLO) Mauritius

18 – 24

Kleine aber feine Auswahl, diverse Farben
Peau Ethique 90% Bio-Baumwolle (GOTS&FLO) & Seide Türkei, Indien, Tunesien

< 25

Grosse Auswahl
Uranusapparel 100% Soja, gefärbt mit natürlichen Farben seit 2009 USA

18 / 24
(für 3 Stk) ***

Diverse Farben
AIKYOU Bio-Baumwolle
(FLO, kbA); Textilproduzent in D ist GOTS zertifiziert
Kroatien (nähen),

Deutschland (Textil)

25

Auswahl von 3-4 Höschen und BHs
Who made your pants Nur Abfall-Reststoffe grosser Firmen UK (Kooperative)

12 / 18

Ein Style, diverse Farben
Luva Huva Bio-Baumwolle (GOTS), Soja, Hanf, Bambus UK

20 – 40 **

Verschiedene Styles und Farben
Gilda Pearl v.a. Seide & Spitze UK

40 – 80 *

Grosse Auswahl
Charini 50% Seide, 33% synthetisch, 15% Baumwolle Sri Lanka

40 – 80

Startet 2012 mit einer Kollektion

Lieferkosten in EU und Schweiz variieren: *kostenlos, **kostenlos ab 30 Pfund gesamt (alle Angaben sind Gewähr)*** $14

Die englische Firma Eco-Boudoir sorgte vor einigen Jahren mit dem Video http://www.morethanprettyknickers.com für Aufsehen. Leider hat das Label die Produktion eingestellt, angeblich weil es nicht möglich war, die Kollektionen in Europa in kleinen Stückzahlen zu angemessenen Preisen zu produzieren.

Aber es gibt noch viele weitere Firmen, die Unterwäsche nach unseren Kriterien produzieren und die wir demnächst vorstellen werden. Kennen Sie eine Firma, die wir unbedingt vorstellen sollten? Dann schicken Sie uns eine Mail: info(at)netzwerkfairemode.com.

Text: Mark Starmanns


4 Kommentare on “WHO MADE YOUR PANTS? UNTERWÄSCHE TEIL I”

  1. Tom sagt:

    Was für eine schöne Übersicht über die Bio-Unterwäsche.
    In den Niederlanden verkaufen wir Herren-und Damen Saint Basics unterwäsche aus Bio-Baumwolle und pants to poverty unterwäsche. http://www.lotika.nl

  2. […] in allem eine gute Wahl, diese Pants to Poverty, wie auch schon unserer Freunde vom Netzwerk Faire Mode feststellen durften. Deswegen: lieber die Finger von David Beckham lassen – gibt nur Ärger und ist so gar nicht mit […]

  3. […] Probetragen bestätigt das. Und weil das so nach Schleichwerbung riecht, sei hier ausdrücklich die hervorragende Unterwäsche-Übersicht von Mark Starmanns vom Netzwerk Faire Mode empfohlen, der 20 Labels auflistet. So, jetzt klopfe ich […]

  4. Wir haben uns das französische Label g=9.8 etwas genauer angesehen: http://bit.ly/wyZWgJ. Grüße aus Berlin, der Designmob


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